Projektaufbau

Eine Plattform, mehrere Sprachkorpora

Pronunciation Matters ist als mehrsprachige Plattform angelegt. Die WebApp bündelt die Projektsprachen Spanisch, Französisch, Englisch und Deutsch in einer gemeinsamen Struktur. Jede Sprache erhält einen eigenen Korpusbereich mit eigenen Verantwortlichkeiten, eigenen Aufgabenmaterialien und eigenen fachlichen Schwerpunkten. Zugleich bleiben zentrale Strukturprinzipien projektweit stabil.

Diese Verbindung von gemeinsamer Plattform und sprachspezifischer Ausgestaltung ist wichtig. Ausspracheforschung kann nicht für alle Sprachen identisch organisiert werden. Spanisch, Französisch, Englisch und Deutsch unterscheiden sich in ihren lautlichen Systemen, in ihrer Variation, in didaktischen Traditionen und in den typischen Herausforderungen für Lernende. Ein allgemeines Projektdesign darf diese Unterschiede nicht überdecken. Deshalb werden die konkreten Forschungsdesigns der Sprachkorpora innerhalb der jeweiligen Korpusbereiche dargestellt.

Die allgemeinen Projektseiten beschreiben dagegen die übergreifende Logik: Warum das Projekt existiert, wie die Plattform aufgebaut ist, welche Datenformen entstehen, wie Forschung und Lehre zusammenhängen und wer am Projekt beteiligt ist.

Bereiche der WebApp

Die öffentliche WebApp gliedert sich in drei inhaltliche Hauptbereiche: Projekt, Forschung und Unterricht.

Der Projektbereich erklärt die Grundidee, die Entstehung, die Plattformstruktur, die Methodik und die Zusammenarbeit. Er richtet sich an alle Nutzer:innen, die verstehen möchten, was Pronunciation Matters ist und wie das Projekt arbeitet.

Der Forschungsbereich führt zu den einzelnen Sprachkorpora. Dort werden die jeweiligen Korpusdesigns erläutert. Die geschützten Bereiche enthalten die eigentlichen Sprachdaten und Forschungstools: Über die Seite Sprecher:innen lassen sich die teilnehmenden Informant:innen und ihre sessionbezogenen Player-Einstiege erschließen, über Vergleichsansichten kontrastive Analysen und über phänomenbezogene Item-Sets gezielte Ausschnitte des Materials. Diese Bereiche sind nicht frei zugänglich, weil sie mit pseudonymisierten Sprachdaten und aufnahmebezogenen Metadaten arbeiten.

Der Unterrichtsbereich bereitet ausgewählte Inhalte für die Aussprachevermittlung auf. Er ist schlanker angelegt als der Forschungsbereich, weil hier nicht die vollständige Forschungsumgebung im Vordergrund steht, sondern thematisch fokussierte Zugänge zu besonders relevanten Aspekten der Aussprache. Solche Themenseiten können kontrastive Vergleiche nutzen, typische Schwierigkeiten sichtbar machen und Material bereitstellen, das Lehrkräfte pragmatisch in bestehende Unterrichtsstunden integrieren können. Dabei geht das Projekt nicht von der Illusion aus, dass Aussprache im schulischen Fremdsprachenunterricht regelmäßig eigene Unterrichtsreihen erhält. Ziel sind vielmehr anschauliche, fachlich fundierte Erweiterungen dort, wo Lehrpläne, Unterrichtssituationen oder konkrete Lernprobleme Raum dafür eröffnen.

Öffentliche Orientierung und geschützter Forschungszugang

Pronunciation Matters unterscheidet zwischen öffentlichen Informations- und Materialbereichen und geschützten Forschungsdaten. Diese Trennung ist nicht bloß eine technische Entscheidung, sondern fachlich und datenschutzrechtlich notwendig.

Sprachaufnahmen sind personenbezogene bzw. pseudonymisierte Forschungsdaten. Auch wenn Klarnamen nicht in der WebApp erscheinen, können Stimme, Metadaten und Aufnahmekontexte sensible Informationen enthalten. Deshalb werden detaillierte Forschungszugänge nicht frei öffentlich bereitgestellt. Der Zugriff auf Player, Vergleichsansichten, Sprecherprofile und phänomenbezogene Arbeitsflächen bleibt kontrolliert und ist für berechtigte Nutzer:innen aus Forschungs- und Bildungseinrichtungen vorgesehen.

Öffentlich zugänglich bleiben dagegen Projektinformationen, allgemeine Methodenseiten, sprachspezifische Designbeschreibungen und freigegebene Unterrichtsmaterialien. So bleibt das Projekt transparent, ohne Forschungsdaten unkontrolliert zu veröffentlichen.

Forschung und Unterricht als getrennte, aber verbundene Räume

Die Plattform trennt Forschung und Unterricht bewusst. Diese Trennung verhindert, dass Unterrichtsmaterialien wie eine reduzierte Forschungsdatenbank wirken oder dass Forschungsoberflächen didaktische Funktionen übernehmen müssen, für die sie nicht gedacht sind.

Im Forschungsbereich können Nutzer:innen mit detaillierten Daten arbeiten. Sie können sessionbezogene Player-Ansichten gezielt aufrufen, Materialausschnitte auswählen, kontrastive Vergleiche anlegen und phänomenbezogene Sets erstellen oder modifizieren. Der Forschungsbereich ist damit ein Arbeitsraum für Analyse und Hochschullehre.

Im Unterrichtsbereich werden ausgewählte Inhalte didaktisch gefasst. Dort geht es um verständliche Erklärungen, Aufgaben, Hörbeispiele und Materialien, die für schulische oder hochschuldidaktische Kontexte geeignet sind. Diese Materialien können aus der Arbeit mit den Forschungsdaten hervorgehen, werden aber nicht einfach direkt aus dem geschützten Datenraum ausgespielt.

Technische Grundlage als Teil der Projektidee

Pronunciation Matters ist auch ein Digital-Humanities-Projekt. Die technische Infrastruktur ist nicht nachträgliche Verpackung, sondern Teil der wissenschaftlichen und didaktischen Arbeitsweise. Datenmodellierung, strukturierte Metadaten, Annotationen, Audioverarbeitung, WebApp-Design und geschützte Zugriffsräume ermöglichen erst, dass die erhobenen Sprachdaten praktisch nutzbar werden.

Die Plattform soll Forschung und Hochschullehre komfortabel unterstützen. Wer mit den Daten arbeitet, soll nicht zuerst Ordnerstrukturen, Dateinamen oder Rohformate verstehen müssen. Die WebApp bietet stattdessen geordnete Zugänge über Sprachen, Personen, sessionbezogene Player-Ansichten, Vergleichsansichten und Aussprachephänomene. Dadurch wird die technische Komplexität nicht unsichtbar gemacht, aber so organisiert, dass sie wissenschaftliches Arbeiten erleichtert.

Eine ergänzende technische Projektseite zu Pronunciation Matters wird im Kontext von Hispanistica @ Marburg geführt: https://hispanistica.com/projects/promat/. Die öffentliche WebApp selbst stellt dagegen primär die Projektidee, die Forschungs- und Unterrichtslogik sowie die nutzbaren Inhalte in den Vordergrund.