Design
Ausgangspunkt
Die spanischen Aufgaben dieses Korpus wurden entwickelt, um ein Forschungsdesign für Lernendenaussprache bereitzustellen, das systematisch, vergleichbar und zugleich für Lernende gut bearbeitbar ist. Für den größeren Projektrahmen und die Entstehung des Gesamtvorhabens bietet die allgemeine Projektseite Worum es geht den passenden Kontext.
Ergänzend verorten die Projektseiten Projektaufbau, Daten & Methodik und Team & Mitwirkende das spanische Design innerhalb der gemeinsamen Plattformlogik, der methodischen Infrastruktur und der beteiligten Zusammenarbeit.
Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass bestehende Modelle zwar wichtige Vorarbeiten bieten, für die gezielte Untersuchung der spanischen Aussprache von Lernenden aber nur teilweise direkt übernommen werden können. Das betrifft vor allem Wortschatzschwierigkeit, inhaltliche Ablenkungen durch Lesetexte und die Frage, welche lautlichen Phänomene für Lernendenaussprache tatsächlich mehrfach und kontrolliert erhoben werden müssen. Leitend sind daher nicht Nativitätsnähe oder bloße Tradition, sondern Intelligibilität, kontrollierte Elizitation und eine für Lernende sinnvolle Materialgestaltung.
Vorarbeiten und empirische Ausgangslage
Ein wichtiger Zwischenschritt war das frühere Projekt MAR.ELE – Corpus sobre la pronunciación del español por aprendientes de ELE en Marburg. In diesem kleineren Vorprojekt wurden 22 Aufnahmen mit Studierenden der Universität Marburg erstellt. MAR.ELE diente dazu, spanische Lernendenaussprache als Korpusmaterial zugänglich und empirisch auswertbar zu machen. In der praktischen Arbeit mit diesem Korpus wurden jedoch auch die Grenzen eines stark übernommenen Designs sichtbar. Gerade diese Erfahrungen waren entscheidend für die weitergehende Überarbeitung im vorliegenden Projekt und stehen zugleich in engem Zusammenhang mit der allgemeinen Projektentwicklung, die auf Worum es geht skizziert wird.
Für MAR.ELE wurde die Wortliste des Projekts (I)FEC vollständig übernommen, um die Anschlussfähigkeit an ein etabliertes korpusphonologisches Design des Spanischen zu sichern. Das war methodisch sinnvoll, zeigte in der Arbeit mit Lernenden aber auch deutliche Probleme: Einige Items erwiesen sich als unnötige lexikalische Stolperstellen, andere Phänomene, die für Lernendenaussprache besonders aufschlussreich sind, waren nicht optimal verteilt oder nicht stark genug vertreten. Die jetzige Konzeption reagiert daher nicht aus bloßer Präferenz auf frühere Modelle, sondern auf konkrete Erfahrungen aus ihrer Anwendung.
Interview
Das Interview ist schließlich eine projektweite Erweiterung des Designs. Es ergänzt die kontrollierten Leseaufgaben um eine reflexive Komponente: Lernende werden nicht nur aufgenommen, sondern auch zu ihrer eigenen Aussprache, zu wahrgenommenen Schwierigkeiten und zu auffälligen Phänomenen befragt, die im Verlauf der Erhebung beobachtet wurden. Damit fließt neben der Außenbeobachtung auch die Perspektive der Lernenden selbst in das Korpus ein. Für die Untersuchung von Lernendenaussprache ist das besonders wichtig, weil so nicht nur Realisierungen dokumentiert, sondern auch metasprachliche Einschätzungen und subjektive Problemwahrnehmungen sichtbar werden.
Die Interviewkomponente zeigt zugleich, dass das spanische Korpus Teil einer größeren Arbeitsstruktur ist, in der Forschung, Datenerhebung und Materialentwicklung zusammengedacht werden. Informationen zu Mitwirkenden im Gesamtprojekt bündelt die Seite Team & Mitwirkende.
Literatur
- (I)FEC: (Inter-)Fonología del Español Contemporáneo.
- MAR.ELE: Corpus sobre la pronunciación del español por aprendientes de ELE en Marburg.